Brennesseln

Die Brennessel

Die Brennessel gehört für mich ja zu einem meiner liebsten Wildkräuter.

 

Sie schmeckt nicht nur gut und ist unheimlich gesund, nein, sie wächst auch noch nahezu überall und ist für mich immer eindeutig zu erkennen.

Es gibt wohl niemanden, der nicht schon mal Bekanntschaft gemacht hat mit dieser brennenden Nährstoffbombe. Selbst der für uns negative „Brenneffekt“ hat noch was Positives: er fördert die Durchblutung und soll sogar gegen Rheuma helfen. Vielleicht hat ja schon jemand Erfahrung damit, dann gerne die Kommentarfunktion ganz unten auf dieser Seite nutzen. Ich freue mich über Rückmeldungen.

 

Jetzt möchte ich Dir die Brennessel aber etwas näher vorstellen:

Vorkommen und Arten:

Die Brennnessel findet man immer an stickstoffhaltigen Böden, die auf einen hohen Nährstoffgehalt hinweisen. Sie sind nahezu überall zu finden, wo es etwas feuchter ist: auf Wiesen, an Waldrändern, an See-oder Bachrändern  und es gibt davon zwei Arten:

 

1.    die kleine Brennessel:

  • sie wird bis zu 50 cm hoch
  • hat kleinere, rundlichere Blätter

Brennessel, klein

 

2.    die große Brennessel

  • sie kann bis zu 2,5 m hoch wachsen
  • hat größere, aber länglichere Blätter

Nesseln groß

Kennen tut sie bestimmt jeder, die meisten verbinden die Brennessel aber mit unangenehmen Erfahrungen bei der Berührung mit ihren Brennhaaren. Denn diese brechen schon bei der kleinsten Berührung und schüten Histamine, Serotonin, Ameisensäure u.a. in unsere Haut – was uns dann unangenehm juckt und kleine Pusteln hervor ruft, die bei empfindlichen Menschen erst nach 8 -10 Stunden wieder nachlassen.

Dem können wir aber entgehen, indem wir entweder bei der Ernte dicke Handschuhe tragen (es können auch zwei übereinander gezogene Einmalhandschuhe sein) oder sie so geschickt ernten, dass uns die Brennhaare nichts antun können.

Bei oder unmittelbar nach dem Regen sind die Brennhaare sozusagen „entwaffnet“ und Du kannst sie problemlos ernten.

 

Wie ich die Brennesseln ernte, zeige ich Dir hier:

ernten der Spitzen

Blätter zupfen

 

 

 

 

 

obere Blätter entfernen

Brennesselhaare

 

 

 

 

 

 

Ich benötige für das Ernten der Brennesseln keine Handschuhe mehr. Meine Finger der rechten Hand haben sich daran gewöhnt und wohl die richtige Technik gefunden. Vor kurzem habe ich aber mal mit der linken Hand ernten wollen – das hat mich dann ordentlich gebrannt, weil ich links nicht so geschickt bin und auch nicht so abgehärtet 😀 .

Für das Ernten nehme ich die oberen 2-3 Blätterstände mit den Fingerspitzen und ziehe sie mitsamt dem Stiel nach oben hin ab. So können sich die Brennhaare nicht in meine Haut einbohren. Dann lege ich sie in einen mitgebrachten Beutel oder rolle und knete sie ein wenig in der Hand, damit die Brennhaare brechen und ich sie gleich verzehren kann.

Hier kannst Du dir auch ein ganz kurzes Video von mir über das Pflücken von Brennesseln und Brombeerblättern anschauen.

 

Inhaltsstoffe:

Manchen scheint das Ganze mit dem Wildkäutern sammeln vielleicht zu aufwendig, aber wir sollten die Brennessel wirklich nicht verpönen, sondern uns zu nutzen machen!

 

Die Brennessel ist ein unglaubliches Wunderpaket, nahrhaft und gesund. Sie enthält sehr viel Eiweiß, Mineral-, Nähr- und Vitalstoffe, Vitamine und Spurenelemente.

 

Besonders reichhaltig sind Eisen, Calcium, Vitamin A, B2, B5, C, E und natürlich Chlorophyll enthalten.

Da brauchen wir keine teuren Superfoods kaufen – Brennesseln gibt es reichlich und wesentlich preiswerter in der Natur zu finden.

Das Sammeln tut uns auch noch gut, weil wir dazu auf alle Fälle ins Freie müssen. Brennesseln kommen auch selten alleine vor, meist wachsen sie in einem großen „Brennesselmeer“, somit gibt es keine Ausreden, wie z.B. „Ich habe keine gefunden.“  😉

 

Geschmack:

Die Blätter schmecken erdig, spinatartig,  jedoch wesentlich würziger und aromatischer. Mit einem Wellholz kann man die Brennhaare brechen, so dass sie roh z.B. im Salat zu verwenden sind. Bei der Verwendung von einem Mixer oder Entsafter braucht man sie vorher nicht zu behandeln. Der Mix -oder Entsaftvorgang bricht die Haare.

Die Samen schmecken nussähnlich und können ebenso roh verwendet werden.

Die ganze Brennessel eignet sich auch sehr gut zum Trocknen, so kann man sich einen Wintervorrat anlegen.

 

Anwendung:

Da ich mir meine Speisen immer frisch und roh zubereite, möchte ich Dir hier meine rohen Favoriten für den Brennesselverzehr vorstellen.

Man kann sie aber auch wie Spinat kochen, damit habe ich jedoch keine Erfahrung.

So kommst Du in den Genuss der wertvollen Brennesseln:

  • roh, pur (vorher die Brennhaare durch zerdrücken brechen)
  • im Salat (vorher die Brennhaare mit einem Nudelholz brechen)
  • im Smoothie
  • als frischer Saft
  • im Rohkost-Bro(h)t
  • im Eis
  • in Rohkost-Pesto
  • getrocknet als Tee (Kaltauszug)
  • als Futter für Deine Haustiere

 

Heilende Wirkung:

Die Brennessel ist bekannt dafür, dass sie den Stoffwechsel anregt und dadurch den Körper zu Ausscheidung und Entschlackung von Stoffwechsel-Abfallprodukten anregt. Besonders ideal natürlich für eine Frühjahrskur, aber auch für den Rest des Jahres ein toller Energiebooster.

Es ist nachgewiesen, dass die ganze Pflanze, also Blätter und Samen, wirksam sind gegen entzündliche Gelenkserkrankungen und durch ihre harntreibende Wirkung ideal bei Harnwegsinfekten eingesetzt werden kann.

 

Brennnesseln sind außerdem hilfreich bei:

  • Darmproblemen
  • Blutarmut
  • Gallenerkrankungen
  • Schuppen
  • Fettigem Haar
  • Haarausfall
  • Hautprobleme
  • Ischiasbeschwerden
  • Bauchspeicheldrüsenproblemen

 

Wenn Du mehr über Wildkräuter erfahren möchtest, kannst Du Dich hier bei meinen Buchempfehlungen umschauen: ► zu den Buchempfehlungen

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2 Gedanken zu „Die Brennessel

  1. Danke liebe Ellen für diesen Artikel.
    Bisher war das für mich auch eher ein „brennendes“ Thema.
    Daran könnte sich nun etwas ändern.

    Wilde Grüße
    Michael

    • Lieber Michael, hahaha -„brennendes“ Thema, das hast Du toll ausgedrückt. Ja ich wünsche Dir, dass es mit der Technik jetzt klappt. Notfalls kannst Du ja wirklich Handschuhe nehmen. Aber das Schöne am ohne Handschuhe pflücken ist, dass man dann viel bedachter und dankbarer die Pflanze pflückt. Viel Erfolg und alles Liebe Ellen

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